Femmage*

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Im Jahr ihres möglicherweise achtzigsten Geburtstags ist die vierte Nummer der texte.psychoanalyse.ästhetik.kulturkritik 2012 der belgischen Theoretikerin und Psychoanalytikerin Luce Irigaray gewidmet gewesen. Sie wird im psychoanalytischen wie im kulturtheoretischen Diskurs mit anhaltender Ambivalenz rezipiert, was der psychoanalytischen Orientierung am Konflikthaften wegen allein schon Grund  genug für eine eingehende Beschäftigung mit ihr wäre. In ihren frühen Arbeiten hat Irigaray der Geschlechtertheorie wegweisende Impulse verliehen, indem sie in einer minutiösen Relektüre philosophischer und psychoanalytischer Texte auf die fehlende Anerkennung von Differenz von der Antike bis in die Gegenwart hingewiesen hat. Diesen Mangel sieht sie als Ursache des Ausschlusses von Frauen in der Kultur an. Ihre Kritik richtete sich dabei auch gegen den psychoanalytischen Umgang mit Weiblichkeit. Neben Freud hat sie in ihren Texten vor allem Lacan angegriffen, indem sie polemisch auf innere Widersprüche von dessen in besonderem Maße auf Differenz ausgerichteten psychoanalytischen Diskurs aufmerksam gemacht hat. → Inhaltsverzeichnis des Heftes

* Der Ausdruck Femmage ist dem verbreiteten Begriff der Hommage nachgebildet. Als Femmage hat die canadische Künstlerin Miriam Shapiro auch ihre künstlerischen Produktionen, die von Assemblagen über Collagen und Photomontagen bis zu Decoupagen reichen, bezeichnet. Außerdem ist Femmage der Name einer holländischen Kabarettformation.

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